Sialorrhö – vermehrter Speichelfluss

Der vermehrte Speichelfluss mit und ohne Austritt von Speichel aus dem Mund ist für Menschen mit Parkinson sehr belastend. Rund 80 Prozent aller Betroffenen sind im Laufe der Erkrankung damit konfrontiert.

Viele Parkinson-Patienten kennen den Moment sehr gut, wenn sich im Mund plötzlich zu viel Speichel angesammelt hat. Dann wird die Aussprache schnell „feucht“. Die Angst, dass der Gegenüber etwas davon mitbekommt, bestimmt dann oftmals den weiteren Verlauf einer Kommunikation. Als Alternative bieten sich nur der Abbruch eines Gesprächs an oder Sie holen ein Taschentuch heraus, um den Speichel abzutupfen. Was zunächst banal klingt, kann im Alltag zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Häufig ist eine Sialorrhö – so bezeichnen Mediziner den vermehrten Speichelfluss mit und ohne Austritt aus dem Mund – ein entscheidender Grund für den Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Restaurantbesuche werden vermieden, weil beim Essen Speichel aus dem Mund tropfen könnte oder sich in den Mundwinkeln ein Gemisch aus Speichel und Essen bildet.

Auch wenn keine äußeren Störfaktoren wie z. B. schlechtsitzende Prothesen vorliegen, können Betroffene gegen den Speichelfluss vorgehen:

  • Das Taschentuch sollte immer die zweite Wahl sein. Es gilt das Motto: „Erst schlucken, dann tupfen!“
  • Schlucken Sie bewusst. Immer und immer wieder. Auch wenn Sie nicht essen oder trinken.
  • Halten Sie immer ein Glas Wasser griffbereit, und trinken Sie einen Schluck, wenn Sie merken, dass sich viel Speichel in Ihrem Mund angesammelt hat.
  • Kauen Sie Kaugummi, oder lutschen Sie ein saures, zuckerfreies Bonbon, wenn der Speichelfluss einsetzt. Damit regen Sie den Schluckakt an.

Üben Sie mit einem Schluckwecker täglich 30 Minuten lang. Alle zwei Minuten ertönt dann ein Signal, das Sie zum bewussten Schlucken animiert. Der Schluckwecker ist unter folgendem Link kostenlos erhältlich: http://rehamusik.de/musik

Sialorrhö – vermehrter Speichelfluss
Sialorrhö – vermehrter Speichelfluss
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