Tipps zur Ernährung

Morbus Parkinson und die Ernährung

„Regelmäßig bewegen und gesund essen“ ist ein Ratschlag, den sich jeder Mensch zu Herzen nehmen sollte. Für Morbus Parkinson-Patienten ist eine ausgewogene Ernährung allerdings besonders wichtig. Viel Obst, Gemüse sowie andere komplexe Kohlenhydrate, wie Getreide und bestimmte Proteine, sollten daher zur täglichen Ernährung dazugehören. Natürlich muss auch genug getrunken werden.

Viel Wasser trinken

Trinken ist ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung und mindert außerdem mögliche Probleme bei Verstopfungen.

Trockener Mund

Bei Mundtrockenheit öfter kleine Schlückchen Wasser trinken oder alternativ Eiswürfel lutschen. Auch Bonbons oder Kaugummis können helfen, die Speichelproduktion anzuregen und eine mögliche Mundtrockenheit zu verringern.

Kohlenhydrate und Zucker

Häufig kann es nach dem Genuss von Kohlenhydraten und Zucker zu einer Störung des Bewegungsablaufes (Dyskinesie) kommen. Kohlenhydrate sind von entscheidender Bedeutung für die Erhaltung des Körpergewichts und Energieniveaus und müssen daher in ausreichender Menge dem Körper zugeführt werden.

Schluckprobleme

Das Schlucken kann dadurch erleichtert werden, indem vor dem Essen einige Male gegähnt wird. Dies entspannt den Hals und die Muskeln. Auch eine bequeme Haltung hilft, Schluckbeschwerden zu vermeiden. Das Trinken von kleinen Schlückchen Wasser und die Einnahme von kleinen Essensportionen können außerdem hilfreich sein.

Verstopfungen

Das Essen sollte ausgewogen sein und zu festen Zeiten eingenommen werden. Regelmäßige Bewegung hilft außerdem den Körper und Darm fit zu halten.

 

Allgemeine Ernährungsempfehlungen:

  • Normal und regelmäßig essen.
  • Bei Dyskinesien auf erhöhten Kalorienbedarf achten.
  • Mehr Kohlenhydrate als Proteine essen.
  • Fünf kleinere Portionen über den Tag verteilt oder drei große zu sich nehmen.
Eine gesunde Ernährungsweise ist auch bei einem Morbus Parkinson hilfreich.
Eine gesunde Ernährungsweise ist auch bei einem Morbus Parkinson hilfreich.

Weitere Informationen zur Ernährung:


Tipps zur Hautpflege

Die Haut bei Patienten mit Morbus Parkinson

Hautpflege ist wichtig

Die Haut ist schützender Mantel und Spiegelbild der Seele zugleich. Mit fast zwei Quadratmetern ist sie das größte Organ des Menschen. Bei einer Behandlung mit Medikamenten, die über die Haut aufgenommen werden, spielt sie eine ganz wichtige Rolle. Sie bedarf einer besonderen Pflege und Beobachtung, damit sie ihre Funktionen richtig ausüben kann.

Schwitzen

Bei Menschen, die an Morbus Parkinson erkrankt sind, wird die natürliche Veranlagung der Haut häufig durch eine Funktionsstörung des autonomen Nervensystems überdeckt. Das autonome Nervensystem regelt unter anderem auch die Schweißsekretion. Diese kann bei Menschen mit Morbus Parkinson gesteigert sein, manchmal auch örtlich begrenzt. Das ist besonders in der Nacht von erheblicher Bedeutung, da das Wechseln des Pyjamas oder Nachthemds sowie der Bettwäsche mehrmals notwendig werden kann. Bei häufigem nächtlichen Schwitzen kann es hilfreich sein, eine zweite, schon bezogene Bettdecke, Bettlaken und neue Nachtwäsche bereitzulegen. So liegt man schnell wieder in einem trockenen Bett und kann leichter wieder einschlafen. Das Unterlegen von Handtüchern unter die betroffenen Stellen hat sich ebenso bewährt. Die durchschwitzte Wäsche bzw. Bettwäsche sollte immer direkt gewechselt werden. Luftige Nacht- und Bettwäsche aus Naturfasern (Baumwolle) sorgen für ein angenehmes Schlafklima.

Phänomen „Salbengesicht“

Die Haut bei Morbus Parkinson-Patienten wird manchmal auch sehr intensiv durch körpereigenen Talg gefettet. Das Gesicht ist hierbei am meisten betroffen. Es kann dann wie frisch eingecremt aussehen, daher rührt die Bezeichnung „Salbengesicht“.

Augenpflege

Um den Talg an den Augen zu entfernen, können mehrmals am Tag feuchtwarme Kompressen auf die Augenlider gelegt werden. Sollten die Augen zu trocken sein, kann künstliche Tränenflüssigkeit hilfreich sein. Bei Augenbeschwerden sollte generell ein Augenarzt aufgesucht werden.

Tägliche Körperpflege

Für einen an Morbus Parkinson erkrankten Patienten gibt es aufgrund krankheitstypischer Einschränkungen bei der täglichen Körperpflege verschiedene Aspekte zu beachten. Unscharfes, verschwommenes Sehen sowie die Beeinträchtigung der Motorik und der auftretende Tremor können Schwierigkeiten verursachen. Auch Schwindel in unterschiedlicher Ausprägung, plötzlicher Blutdruckabfall und beeinträchtigte Aufmerksamkeit können zu Verunsicherungen führen. Der Toilettengang, Baden und sogar das Duschen in der Duschkabine können zu einer echten Herausforderung werden. Hier helfen beispielsweise wasserfeste, rutschfeste Hocker und Matten, Griffe sowie verstellbare Spiegel im Badezimmer oder Dusche.

Hautpflege bei Morbus Parkinson

Sport und Entspannung

Morbus Parkinson und Sport

Sport dient der Erhaltung und hilft bestenfalls einer Verbesserung der Beweglichkeit von Morbus Parkinson Betroffenen. Aktiv werden bedeutet nachweislich eine positive Beeinflussung von Kraft, Kondition und Koordination. Dadurch fühlen sich Parkinson-Erkrankte nicht nur sicherer im Alltag, auch wirkt es dem sozialen Rückzug entgegen und macht Spaß.

morbus parkinson patienten gehen walken

Regelmäßigkeit
Für Menschen mit Morbus Parkinson ist es besonders wichtig, den Sport regelmäßig zu betreiben. Nur so können Trainingserfolge durch eine Steigerung der Häufigkeit, Intensität und Trainingsdauer nach und nach erreicht werden. Dabei zählt nur der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“, Bestleistungen und Leistungsdruck sollten jedoch nicht Bestandteil Ihrer sportlichen Aktivität sein.


Gemeinsam stark
Mit anderen gemeinsam zu trainieren macht Spaß und motiviert. Viele Vereine, Volkshochschulen oder Krankenkassen bieten umfangreiche Sportmöglichkeiten. Dort können sich Erkrankte informieren und Unterstützung finden. Morbus Parkinson-Betroffene sollten mit ihrem Arzt absprechen, welcher Sport bei einer Parkinson Erkrankung und im individuellen Fall geeignet ist. Ob Wandern, Rad fahren, Nordic Walking, Pilates, Schwimmen, Yoga oder Tanzen, es gibt viele Möglichkeiten.

Vier Regeln für den Sport:
1. Trainieren Sie immer mit einer Begleitperson.
2. Berücksichtigen Sie beim Sport aktuelle Umstände Ihrer Erkrankung.
3. Bremsen Sie Ihren Ehrgeiz, vermeiden Sie Überforderungen.
4. Vermeiden Sie Sportarten mit großen Sturzgefahren.

Entspannen trotz Morbus Parkinson

Es gibt verschiedene Wege um aktiv Entspannung zu finden. Aufgrund der erhöhten Muskelspannung bei Morbus Parkinson können bestimmte Techniken helfen, die Muskulatur bewusst zu entspannen. Die Folge ist ein verbessertes Gleichgewicht, Stressreduktion und eine bewusstere Wahrnehmung des Körpers. Es gibt eine große Auswahl an Techniken, aus denen Sie Ihre individuellen Übungen auswählen können.

Qi Gong für Körper und Seele

Die fernöstliche Entspannungstechnik Qi Gong will den „Fluss der Energie“ mithilfe von Meditations-, Konzentrations-, und Bewegungsformen aktivieren. Sie benötigen keine besondere Ausrüstung um die Übungen durchzuführen. Qi Gong wird zum Großteil im Sitzen ausgeübt. Möchten Sie mehr gefordert werden, empfiehlt sich die fortgeschrittene Form von Qi Gong namens Tai-Chi.

Weitere Entspannungstechniken

Gerade für Morbus Parkinson Betroffene erzielt das sogenannte autogene Training gute Ergebnisse. In der Regel erlernen Sie die autogene Technik in einer Gruppe über mehrere Wochen. Dabei wird der Körper in eine tiefe Entspannung herbeigeführt, die insbesondere schmerzhafte Verspannungen der Muskulatur löst.

Neben hypnotherapeutischen Verfahren, also passiven Varianten, können Morbus Parkinson-Patienten auch progressive Verfahren der Muskelentspannung ausführen. Übungen nach Jacobson werden auch als progressive Muskelrelaxation bezeichnet. Entspannung wird aktiv mithilfe von Übungen herbeiführt. Das Training beinhaltet ein Wechsel zwischen Spannung und Anspannung.  Dies fördert u.a. die eigene Körperwahnehmung. Körperteile mit starker Muskelsteifheit (Rigor) sollten nicht in den Übungsablauf der progressiven Muskelentspannung einbezogen werden.

Das Erlernen von Entspannungstechniken dauert in der Regel mehrere Wochen. Es ist ratsam, sich einer Gruppe anzuschließen, um Gemeinsam zu üben. Für Adressen und Kontaktmöglichkeiten vor Ort sprechen Sie mir Ihrer Krankenkasse.

morbus parkinson patient macht yoga

Unterstützende Maßnahmen im Alltag

Möglichkeiten und Hilfsmittel

Menschen, die von Morbus Parkinson betroffen sind, haben die Möglichkeit sich mit Hilfsmitteln das Leben und den Alltag zu erleichtern. Um möglichst unabhängig und eigenständig alltägliche Dinge zu bewältigen, sind neben Hilfsmitteln meist auch Anpassungen im Wohnumfeld notwendig. Zu wissen, welche Rechte Betroffene auf Hilfsmittel und Hilfestellungen haben, erleichtert nicht nur den Alltag sondern schont meist auch den Geldbeutel.

Den Alltag meistern
Um selbstständig den Alltag im eigenen Lebensumfeld meistern zu können, sollte dieser den besonderen Ansprüchen angepasst werden. Mithilfe von altbewährten aber auch neuen, innovativen Produkten kann so lange wie möglich der Alltag alleine gemeistert werden.

Kleine Hilfsmittel
Neben speziellen Anziehhilfen gibt es auch nützliche Hilfsmittel für die Küche und die Bewältigung des Haushaltes. Immer wieder gibt es Produktinnovationen, die die Lebensqualität von Morbus Parkinson Betroffenen verbessern. Beispielsweise gleicht der hochtechnische Löffel von Liftware® Zitterbewegungen der Hand aus. Morbus Parkinson Betroffene sind beim Essen nicht auf Hilfe anderer angewiesen. Gerade für Menschen, die sich aufgrund von Parkinson aus der Öffentlichkeit zurückziehen, kann dieses Hilfsmittel Mut machen, wieder in ein Restaurant oder mit Freunden essen zu gehen.

Mobilität und Wohnen
Um selbstständig und unabhängig den Alltag zu bewältigen, ist es wichtig die Mobilität zu erhalten. Maßnahmen wie Krankengymnastik und Ergotherapie helfen, die Mobilität von Morbus Parkinson Betroffenen zu verbessern. Im fortgeschrittenen Verlauf können Gehhilfen eingesetzt werden. Diese ermöglichen alltägliche Dinge selbstständig durchführen zu können und somit ein Stück Unabhängigkeit.

Besonders für den Bereich der Körperpflege ist eine Anpassung der eigenen vier Wände sinnvoll, da so die Intimsphäre geschützt wird. Waschbecken, Toilette und Dusche sollten baulich so angepasst werden, dass der selbstständigen Körperpflege nichts im Wege steht. Haltegriffe in der Dusche, Sitzerhöhungen auf der Toilette und Knie- und Armfreiheit im Bereich des Waschbeckens erleichtern die Hygiene.

Zwei weitere Hilfsmittel, das Pflegebett und der Lifter, helfen nicht nur den Parkinson Betroffenen selbst, sondern auch den Pflegenden. Einfacher und schneller kann Parkinson Erkrankten beispielsweise der Ein- und Ausstieg aus dem Bett erleichtert werden. Individuell wird ein Pflegebett auf den Parkinson Erkrankten angepasst. Lifter wiederum erleichtern den Ortswechsel.

Gesetzliche Regelungen und der Anspruch auf Hilfsmittel
Das Gesetz legt fest, dass ein Mensch dann als behindert gelte, wenn seine körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensjahr typischen Zustand abweiche und daher seine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt sei (§2 Abs. 1 SGB IX).

Die Anerkennung einer Behinderung erfolgt durch einen Antrag beim Versorgungsamt, wird dieser abgelehnt, kann der Betroffene Widerspruch einreichen. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unter: www.einfach-teilhaben.de

Zusätzlich ist ab dem 01.01.2017 eine Reform des Pflegestärkungsgesetzes in Kraft getreten, diese ist in § 15 SGB (Sozialgesetzbuch) XI „Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit“ verankert. Hier werden nun nicht mehr drei Pflegestufen unterschieden, sondern fünf Pflegegrade abgegrenzt. Hintergrund der Reform ist es, die individuelle Pflegebedürftigkeit besser einordnen zu können.

Mithilfe eines formlosen Schreibens oder Telefonat können Pflegehilfsmittel bei der Kranken- oder Pflegekasse beantragt werden. Der Anspruch kann unabhängig vom Pflegegrad erteilt werden, muss aber dann durch eine ärztliche Verordnung oder ein Rezept nachgewiesen werden.

Finanzielle Erleichterung
Morbus Parkinson Betroffene erhalten nach der Feststellung des Grads der Behinderung Unterstützung in Form von Anspruch auf Schutz, Hilfestellungen und finanzielle Vergütungen.
Dazu zählen:

  • Erhöhter Schutz vor Kündigung
  • Besondere Rücksicht im Arbeitsleben
  • Hilfe zur Erlangung eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes
  • Vergünstigte oder kostenlose Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Steuerliche Vorteile (Höhe abhängig vom Grad der Behinderung)
  • Besondere Wohnungsbauförderung
  • Befreiung von der Kfz-Steuer
  • Nutzung von Behindertenparkplätzen
  • Preisermäßigung bei Eintrittskarten
  • Häusliche Pflege
  • Rundfunkgebührenermäßigung und/oder Gebührenermäßigung beim Telefonanschluss
  • Ermäßigungen im innerdeutschen Flugverkehr (Auskünfte erteilen die Fluggesellschaften)

Morbus Parkinson im fortgeschrittenen Stadium kann dazu führen, dass die regelmäßige Ausübung der Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich ist. Hier wird eine Erwerbsminderungsrente gezahlt, die individuell unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Bei Fragen kann Ihnen die Deutsche Rentenversicherung weiterhelfen. Online finden Sie Informationen und Antragsformulare unter www.deutsche-rentenversicherung.de.

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