Was ist Morbus Parkinson?

Bewegungsarmut

Morbus Parkinson zählt zu den bekanntesten und häufigsten Erkrankungen des Nervensystems, für die ein Zittern, versteifte Muskeln sowie verlangsamte Bewegungen typische Symptome sind. Der Name geht zurück auf den britischen Arzt und Apotheker James Parkinson (1755–1824), der 1817 erstmals die Symptome der Erkrankung beschrieb.

Die genaue Ursache von Morbus Parkinson ist bis heute nicht geklärt. Bekannt ist, dass Nervenzellen fortschreitend absterben, sodass wichtige Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten.

Morbus Parkinson zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems.
Morbus Parkinson zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems.

Häufigkeit und Erkrankungsformen

Immer mehr Menschen erkranken an Morbus Parkinson

Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland etwa 250.000 bis 400.000 Menschen an einem Morbus Parkinson. Jährlich kommen rund 13.000 Erkrankungen hinzu. Da Morbus Parkinson meist erst im fortgeschrittenen Alter auftritt, ist – gerade auch wegen der demografischen Veränderungen in Deutschland – mit einem beschleunigten Anstieg der Erkrankungen zu rechnen. In den meisten Fällen erkranken Personen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Jugendliche oder junge Erwachsene sind seltener betroffen

Jugendliche oder junge Erwachsene erkranken seltener an Morbus Parkinson. Nur bei einem von zehn Betroffenen wird die Krankheit vor dem 40. Lebensjahr diagnostiziert.

Der Morbus Parkinson wird auch als Parkinson-Krankheit oder idiopathisches Parkinson-Syndrom bezeichnet. Daneben existieren weitere Krankheiten, die in der Lage sind, parkinsonähnliche Krankheitszeichen (Symptome) durch die Schädigungen bestimmter Strukturen im Gehirn auszulösen. In diesen Fällen spricht man von einem sekundären Parkinson-Syndrom.

Ursachen von Morbus Parkinson

Eine rätselhafte Krankheit

Damit unsere Bewegungen normal ablaufen können, müssen im Gehirn Signale verarbeitet und weitergeleitet werden. Milliarden von Nervenzellen (Neurone) sind über zahlreiche Synapsen, also kleinste Schaltstellen unseres Nervensystems, miteinander vernetzt.

An diesen Schaltstellen benachbarter Nervenzellen werden Informationen weitergeleitet. Neben elektrischen Entladungen spielen sogenannte Botenstoffe (Transmitter) eine wichtige Rolle, die von der einen Zelle freigesetzt werden und sich an Andockstellen der nächsten Zelle (Rezeptoren) anlagern. So gelangt – vereinfacht ausgedrückt – das Signal von einem Neuron zum anderen. Bei Morbus Parkinson-Patienten spielt der Botenstoff Dopamin eine große Rolle.

Forscher und Mediziner suchen noch immer nach der genauen Ursache für Morbus Parkinson. Bekannt ist, dass bei der Krankheit zunehmend genau die Nervenzellen im Gehirn absterben, die den wichtigen Botenstoff Dopamin produzieren. Diese Nervenzellen befinden sich in den sogenannten Basalganglien, genauer, in der Hirnregion, die als Schwarze Substanz (Substantia Nigra), bezeichnet wird. Dies ist eine Hirnregion, die für die Koordination und Verarbeitung von Bewegungen zuständig ist.

Bei gesunden Menschen müssen die dopaminproduzierenden Zellen in der Substantia Nigra nicht besonders zur Aktivität angeregt werden. Der Transmitter Dopamin wird unaufhörlich und mit großer Regelmäßigkeit freigesetzt. Bei Morbus Parkinson-Patienten wird aufgrund des Absterbens der produzierenden Zellen entsprechend weniger Dopamin produziert. Folglich wird es für die Betroffenen schwieriger, Bewegungen zu koordinieren und auszuführen. Es kommt zu den typischen Symptomen wie Zittern, vermehrter Muskelanspannung und verlangsamten Bewegungsabläufen.

Abbildung einer gesunden Synapse.

Abbildung einer gesunden Synapse:
Damit Informationen im Gehirn übertragen werden können, muss das Dopamin die Speicherorte (Speichervesikel) eines Neurons verlassen und sich an die Dopamin-Rezeptoren des gegenüberliegenden Neurons binden.

Der Krankheitsverlauf von Morbus Parkinson

Ein schleichender Prozess

Morbus Parkinson ist progredient, das heißt die Beschwerden beginnen langsam und verstärken sich mit der Zeit, meist über eine Spanne von zehn bis 15 Jahren. Erste Anzeichen für Morbus Parkinson können zunehmende Probleme mit der Feinmotorik sein, sodass alltägliche Aufgaben, wie das Binden von Schnürsenkeln oder das Knöpfen von Hemden, zu Herausforderungen werden, die nur mit großer Mühe und Konzentration zu meistern sind.

Die Symptome und die Geschwindigkeit, mit der die Beschwerden auftreten, sind allerdings von Person zu Person sehr unterschiedlich. Sie treten auch nicht bei jedem Patienten in gleicher Intensität auf.

Erste Anzeichen für Morbus Parkinson können sein:

  • Probleme beim Anziehen und Zähne putzen
  • Probleme beim Schreiben (z. B. kleiner werdendes Schriftbild)
  • Zittern im Arm
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Versteifung eines Fußes
  • Gang wird kleinschrittiger
  • Schmerzen in den Gelenken oder im Rücken
  • Schwächerer Geruchs- und Geschmackssinn
  • Starre Gesichtszüge
  • Schlafstörungen
Bewegungsentwicklung bei Morbus Parkinson-Patienten.
Bei Morbus Parkinson-Patienten wird das Durchführen von Bewegungen immer schwieriger.
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